Experimento
Mexiko
Experimento
Ecuador, Kolumbien, Peru
FORO NACIONAL STEM
Lateinamerika
Experimenta Sur
Kolumbien / Lateinamerika
Experimento
Brasilien
Experimento
Argentinien, Chile
CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS
Chile
MOVIMIENTO SUR
Chile / Lateinamerika
Experimento
Deutschland
Haus der kleinen Forscher
Deutschland
MINT-EC
Deutschland
Nationales MINT Forum
Deutschland
MINT UND Werte
Deutschland
The Bridging Challenge
Deutschland
Wissensfabrik
Deutschland
Africa Seed Program
Afrika
OneDollarGlasses
Burkina Faso
Experimento
Nigeria
Community Economic Elevator Program
Kenia
Hygiene-Training
Kenia
Safe Water Enterprises
Kenia, Uganda, Tansania
SolarFountain
Kenia
TakaTaka Solutions
Kenia
WE!Hubs
Kenia
Experimento
Kenia
Experimento
Südafrika
Music In Africa
Südafrika / Afrika
Connected Solar Clinic
Jordanien
empowering people. Award
Weltweit
empowering people. Network
Weltweit
Medienportal
Weltweit
Wo wir wirken
Unsere internationalen Projekte und Initiativen
Entwicklungskooperation
Bildung
Kultur
Unsere internationalen Projekte und Initiativen
Entwicklungskooperation
Bildung
Kultur
Wo wir wirken
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Siemens Stiftung
Jahresbericht
2015/2016
Gemeinsam für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung
Wie können wir als international agierende Stiftung im Großen und Kleinen Wirkung erzielen? Wenn wir Projekte entwickeln und durchführen, steht diese Frage immer im Mittelpunkt. Dabei ist internationales Arbeiten in der Siemens Stiftung keinem bestimmten Arbeitsgebiet zugeordnet, sondern Auftrag und Überzeugung: Immer wenn wir vor Ort agieren, regen wir regionen- und länderübergreifende Zusammenarbeit an.

So stehen zu Beginn dieses Hefts die farbigen Punkte auf der Weltkarte für Projekte und Initiativen in Afrika, Lateinamerika und Europa, aber auch für Knotenpunkte in einem weltweiten Netzwerk aus Pädagogen, Sozialunternehmern und Künstlern. Gemeinsam mit ihnen setzen wir uns für eine gesicherte Grundversorgung, hochwertige Bildung sowie Verständigung über Kultur ein.

Solche Netzwerke bilden die Grundlage für Innovation und sind gleichzeitig Rückhalt und Motivation, unseren Ansatz immer wieder kritisch zu überprüfen. Denn nur so können Lösungs­ansätze und Programme für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung entstehen und langfristig wirken. Was dies konkret für den Einzelnen bedeutet, wird in diesem Jahresbericht beschrieben.
Entwicklungskooperation:
Lösungen für eine gesicherte Grundversorgung
Lösungen, die wirken: Sozialunternehmer entwickeln Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität von Gemeinden in Entwicklungsregionen. Mit dem empowering people. Network unterstützen wir passionierte Erfinder und Sozialunternehmer und fördern wirkungsvolle Kombinationen technischer und unternehmerischer Ansätze. In operativen Projekten vor Ort setzen wir gemeinsam mit Partnern sowohl innovative als auch bewährte Lösungsansätze um. Die Vermittlung notwendiger Kompetenzen sehen wir als wichtige Voraussetzung, damit sich die geschaffenen lokalen Strukturen selbst tragen und eine dauerhafte Verbesserung der Grundversorgung sowie individueller Perspektiven gewährleistet werden kann.
Ein weltweiter Spirit
Das empowering people. Network verbindet nicht nur weltweit Erfinder und Entrepreneure, die einfache technische Lösungen für eine bessere Grundversorgung entwickelt haben, sondern unterstützt sie auch gemeinsam mit internationalen Partnern bei deren Einsatz in Entwicklungsregionen. Der empowering people. Award prämiert besonders Erfolg versprechende Lösungen.
Welche Wirkung hat das Netzwerk auf die Arbeit seiner Mitglieder? Klicken Sie auf die Porträts und erfahren Sie mehr.
Noha El-Ghobashy
Gründungsdirektorin von Engineering for Change, USA
Peter Masaaba
Managing Director bei B-Space (U) Ltd, Uganda
Ratul Narain
Gründer von BEMPU Health, Indien
Mauricio Gnecco
Asogagumuy und APROTEC, Kolumbien
Unser gemeinsames Ziel: eine bessere Welt
»Es ist ein Paradigmenwechsel: Menschen in Entwicklungs­regionen nicht mehr nur als einfache Hilfsempfänger zu sehen, sondern als Kunden und aktive Unternehmer. Tech­nologie ist dabei ein wesentlicher Faktor, um Einkommens­ungleichheit zu verringern und globale Entwicklung voranzubringen. Jurorin für den empowering people. Award 2016 gewesen zu sein hat mich sehr begeistert, da wir mit dem empowering people. Network bereits seit einigen Jahren zusammenarbeiten: Wir unterstützen einander, wir lernen voneinander und entdecken Chancen und Wege, unser gemeinsames Ziel zu erreichen: die Welt von morgen zu einem besseren Ort zu machen.«
Unternehmen weiterentwickeln
»Sozialunternehmer brauchen auf ihrem Weg Orientierung und Hilfe. Das Online-Tool SAMforSE (Self-Assessment Manual for Social Entrepreneurs) des empowering people. Network ermöglicht Unternehmern, eine eigene Analyse ihrer Stärken und Schwächen durchzuführen. Das empowering people. Network bietet Interessierten anschließend ein individuelles Coaching an, das sie bei der Weiterentwicklung ihrer Stärken gezielt unterstützt. Als Coach begleite ich derzeit zwei Unternehmen in Uganda dabei, ihre Unternehmensstruktur richtig aufzubauen, ohne den sozialen Impact aus den Augen zu verlieren.«
Das Netzwerk hilft uns, Lebensbedingungen zu verbessern
»Bei der Arbeit, die mein Team und die anderen Mitglieder des empowering people. Network leisten, fühlt man sich oft auf sich allein gestellt. Es ist herausfordernd, an Problemen zu arbei­ten, die die Armen betreffen. Junge Unternehmen müssen lernen, mit zahlreichen Misserfolgen umzugehen, bevor sie die Wirkung ihrer Arbeit sehen können. Wir alle wollen etwas Positives auf der Welt bewirken und Menschen dabei helfen, sich selbst zu helfen. Die Auszeichnung mit dem 1. Preis des empowering people. Award ist eine große Anerkennung. Die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten im Netzwerk inspiriert: Wir fühlen uns stärker und sehen, dass wir mit unserer Aufgabe nicht allein sind.«
Ratul Narain erhielt den 1. Preis des empowering people. Award für das BEMPU-Hypothermie-Arm­band, das die Körpertemperatur von Neugeborenen überwacht und so Eltern in Entwicklungs­regionen hilft, lebens­bedrohlicher Unterkühlung vorzubeugen. Im Video erfahren Sie mehr über BEMPU und die anderen Gewinner.
Wissen und Ideen im Austausch
»Ich bin seit 2012 Mitglied des empowering people. Network. Mit Kursen, Vorträgen und Workshops bietet es nicht nur eine Plattform für den Austausch von Wissen und Ideen, sondern auch einen Raum, in dem über die Träume und Motivation gesprochen wird, die jedes einzelne Netzwerkmitglied antreiben. Dadurch entstehen wertvolle Kontakte und langjährige Freundschaften, die den eigenen Horizont erweitern und dazu anspornen, Lösungen für dringliche Probleme zu finden und sie in die Tat umzusetzen. Im vergangenen Workshop habe ich zum Beispiel wertvolle Erkenntnisse über Organisationskultur gewonnen, die ich in meinem Unternehmen nun bereits anwende.«
Kunden statt Hilfsempfänger
Mit einfachen Technologien ermöglicht die Siemens Stiftung Gemeinden in abgelegenen Regionen Zugang zu sauberem Wasser und Solarstrom. Die Menschen betreiben die Wasser- und Solarkioske eigenverantwortlich als Sozialunternehmen. Das Ergebnis: eine Steigerung des Gesundheitsniveaus, neue Jobs und mehr Perspektiven, die Landflucht verhindern.
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Bildung:
Wissen für verantwortungsvolle Mitgestaltung
Wie lehrt und lernt man in einer Welt, die zuneh­mend komplexer wird? Um den Herausforderungen einer heterogenen und sich ständig wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden, müssen neben Fachwissen auch Kompetenzen und Grund­haltungen gestärkt werden. Nur dann kann eine aktive und verantwortungsvolle Teilhabe an der Gesellschaft gelingen. In unserem Engagement für naturwissenschaftlich-technische Bildung ist Wertebildung daher ein essenzieller Bestandteil. Mit dem internationalen Bildungsprogramm Experimento laden wir Pädagogen zu praxisorientierten Aus- und Weiterbildungen ein und stellen ihnen qualitativ hochwertige Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung. Dies unterstützt sie bei der Gestaltung eines zeitgemäßen Experimentalunterrichts, der durch forschendes Lernen die Neugierde der Kinder weckt und die Entwicklung einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit fördert.
Grenzübergreifend voneinander lernen
Das internationale Bildungsprogramm Experimento unterstützt Pädagogen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht. Es ist inzwischen in elf Ländern in Europa, Lateinamerika und Afrika im Einsatz. Das schafft auch die Voraussetzungen für Vernetzung und grenzübergreifenden Wissenstransfer. Wir fragten vier Mitstreiter nach ihren Erfahrungen mit Experimento in ihrem Land.
Video zu Experimento ansehen
Was bewirkt Experimento in unseren Programmländern? Klicken Sie auf die Porträts und erfahren Sie mehr.
Mariana Abrahão
Mitarbeiterin der Universidade Metodista de São Paulo
Pilar Reyes
Professorin an der Universidad de Chile
Mayte Morales
Direktorin des Instituto Apoyo, Peru
Vuyokazi Aspidistra Boqwana
Erzieherin in einem Kindergarten in Kapstadt, Südafrika
Glänzende Kinderaugen
»Es gibt nichts Schöneres als glänzende Kinderaugen, die etwas Neues entdecken. Noch vor zwei Jahren konnte ich den Kindern im naturwissenschaftlichen Unterricht nur Fotos von der Labor­arbeit zeigen. Aber seit wir Experimento haben, mache ich alle Versuche im Klassenzimmer, manchmal erfinden wir neue Versuche. Das Projekt ist ein Geschenk: weg von den alten Mustern, hin zu neuen Methoden, bei denen die Kinder mitarbeiten. Ich doziere nicht, ich sage: Wenn ihr etwas herausfinden wollt, probiert es aus! Zum Beispiel wie sich Luft anfühlt, wenn wir einen Luftballon platzen lassen oder Blasen ins Wasser pusten. Nun starten wir eine lateinamerikanische Online Plattform und tauschen unsere Erfahrungen aus. Nicht jeder muss ja das Rad neu erfinden.«
Gemeinsam forschen statt frontal unterrichten
»Seit 15 Jahren verbessern wir den Mathematik- und Sprachunterricht, aber nicht den der Naturwissenschaften. Dabei ist er so wichtig, weil er Werte vermittelt, uns beibringt, kritisch zu denken und die natürlichen Ressourcen zu res­pektieren. Wie sparen wir Wasser? Was ist recycelbar? Jetzt holen wir das mithilfe von Experimento nach. Die Anpassung an die Lehr­pläne war einfach, aber die Studierenden sind Frontalunterricht gewohnt und haben ein bisschen Angst vor dem Forschen. Wir spielen jedes Experiment in Workshops durch und prüfen, wie verständlich es ist. Und plötzlich ist Vertrauen da!«
Im Video erfahren Sie mehr über den Einsatz von Experimento in Chile.
Vernetzung und Teamarbeit
»In Peru erleben wir derzeit einen positiven Wandel. Der neue Präsident arbeitet enger mit regionalen Politikern und Akteuren der Gesellschaft zusammen. Er setzt auf Vernetzung und Teamarbeit. Das beschert uns eine gewisse Dynamik. Die Gesellschaft ordnet sich neu. Zusammen mit der Siemens Stiftung haben wir nach dem Vorbild des Nationalen MINT Forums in Deutschland vor zwei Jahren das Foro Nacional STEM in Peru gegründet. STEM steht für ›Science‹, ›Technology‹, ›Engineering‹ und ›Mathematics‹. Die Zahl der Mitglieder steigt kontinuier­lich. Die Regierung interessiert sich zunehmend für das Forum und hat es in einen nationalen Masterplan eingearbeitet. Experimento und die Arbeit im Foro Nacional STEM stärken die naturwissenschaftlich- technische Bildung im Land nachhaltig.«
Wo das Herz schlägt
»Ich arbeite im Kindergarten der Deutschen Schule St. Martini in Kapstadt. Wo ich herkomme, vom Ostkap, hat keiner Strom oder Telefon. Die meisten Kinder gehen nicht auf eine weiterführende Schule. Auch ich selbst hatte keine Ahnung von Naturwissenschaften. In den Experimento-Workshops der Siemens Stiftung sagte ich daher zuerst kein Wort. Erst als wir experimen­tierten, traute ich mich hervor. Ich hatte so viel Spaß im Team! Das Thema ›Gesundheit‹ gefällt mir am besten – vor allem, wenn es darum geht, die menschlichen Organe zu erkunden. Wo ist das Herz? Die Kinder hatten keine Ahnung, wo ihr Herz ist und warum es manchmal schneller schlägt. Ich lass sie rennen und sage: Stopp! Dann fühlen sie, wo es schlägt. Die Kinder lieben Experimento. Jedes Mal wenn ich es mit ihnen durchspiele, lacht meine Seele.«
Offen für alle
Offene Bildungsmedien kann jeder Internetnutzer herunterladen, bearbeiten und weiterverbreiten. Die Siemens Stiftung fördert »Open Educational Resources«. Denn überall auf der Welt sollten Lehrer Zugang zu hochwertigem digitalen Lernmaterial haben, das sie für ihren Bedarf anpassen können.
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Kultur:
Perspektiven für gesellschaftlichen Dialog
»Wie viel Menschlichkeit findet sich im Urbanen?«, fragt das chilenische Künstler­kollektiv Mil M2 mit seiner Intervention »Proyecto Pregunta« und trifft damit ein virulentes Thema in Gesellschaften, die rasante Transformationsprozesse durchlaufen. Immer wieder stellen Künstler drängende Fragen unserer Zeit und eröffnen ungewohnte Perspektiven auf die Art und Weise unseres Zusammenlebens. Mit internationalen Kulturplattformen und Veranstaltungen geben wir Raum zur Entwicklung solcher Arbeiten. Dafür initiieren wir Partnernetzwerke und schaffen Strukturen für länderübergreifenden Austausch und Wissenstransfer. So entstehen Dialoge und neue Bezüge zu lokalen Fragen in einer globalisierten Welt.
Eine neue Art, Stadt zu denken
Im Rahmen der Projektreihe CHANGING PLACES / ESPACIOS REVELADOS wurde 2016 das Zentrum Santiagos zum Experimentierfeld für Künstler aus Chile und anderen Teilen der Welt: Auf Initiative der Siemens Stiftung verwandelten ihre Arbeiten leer stehende Gebäude und öffentliche Plätze in Orte der Begegnung und eröffneten neue Perspektiven auf die Bedeutung der Nachbarschaft in Zeiten der Globalisierung.
Was hat CHANGING PLACES in Santiago bewirkt? Klicken Sie auf die Porträts und erfahren Sie mehr.
María José Cifuentes
Dramaturgin und Co-Kuratorin CHANGING PLACES
Daniel Lie
Brasilianischer Künstler
Ernesto Ottone
Chilenischer Kulturminister
Nicolás Fernandois
Bewohner des Stadtviertels Yungay
Zusammenarbeit von Künstlern und Anwohnern
»Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es in einem langfristig angelegten Dialog zwischen Institutionen, Nachbarschaft, Künstlern und Kuratoren entstand. Im Mittelpunkt stand dabei das Stadtviertel Yungay – die Gebäude, die Menschen, die politische und migrantische Geschichte des historischen Viertels waren Ausgangspunkt vieler künstlerischer Arbeiten. Im April 2016 beflü­gelte dann elf Tage lang die Kunst die ganze Stadt: Körper, Worte, Bilder und Klänge luden die Bewohner ein, eine neue Beziehung zu ihrem Wohnort aufzubauen. Menschen aus ganz Santiago, die den Stadtteil zuvor teils noch nie betreten hatten, kamen und wurden Teil des Dialogs.«
Beziehungen aufbauen
»CHANGING PLACES war ein Meilenstein in meiner Arbeit als Künstler. Dank eines einmonatigen Aufenthalts in Yungay konnte ich eine enge Beziehung zum Ort meiner Installation – einem hundert Jahre alten verlassenen Haus – aufbauen. Diese Beziehung war nicht nur physischer, sondern auch emotionaler Natur. Ich konnte Schwerpunkte setzen, die allein durch meine Anwesenheit vor Ort möglich wurden. Die Kultur, die Geschichte, die Menschen und ihre Gewohnheiten flossen in meinen Arbeitsprozess mit ein. Mit einer Installation aus Naturmaterialien der Umgebung wollte ich den Menschen die Möglichkeit bieten, eine emotionale Verbindung zu ihrem Viertel aufzubauen.«
Bürgerbeteiligung neu gedacht
»CHANGING PLACES umfasst drei für das heutige Chile wichtige Bereiche: zeitgenössische Kunst, Gemeinschaft und kulturelles Erbe. Solch eine Initiative ist in unserer Stadt einmalig. Sie verbindet die stärkere Wertschätzung und Bewahrung des lokalen Erbes mit bürgerschaftlichem Engagement – bei kulturellen und urbanen Themen sowie dem Aufbau von Netzwerken auf gemeinschaftlicher, institutioneller und internationaler Ebene. CHANGING PLACES eröffnete allen Beteiligten neue Möglichkeiten und ist damit ein Modellprojekt für nachhaltige kulturelle Entwicklung in unserem Land und ausgehend von unserem Land.«
Dialog, der weitergeht
»Für mich als Bewohner und aktiv Beteiligter war CHANGING PLACES eine wichtige Erfahrung: Es machte auf die große Stärke aufmerk­sam, die aus einer Gemeinschaft hervorgeht, brachte aber gleichzeitig auch tiefe Konflikte zum Vorschein. Ich glaube, dass der direkte Dialog, der zwischen der Kunst und der Nachbarschaft entstanden ist, die stärkste Auswirkung hatte und weiterhin haben wird. Heute ist Yungay mit seinem Potenzial, aber auch mit seinen Problemen, ein Thema auf der sozialpolitischen Agenda – aber es ist wichtig, dass die Debatte weitergeht. Wir müssen dafür sorgen, dass das, was CHANGING PLACES angestoßen hat, weitergeht.«
Austausch über Grenzen hinweg
Künstler brauchen Raum, um sich mit den Umbrüchen der Gegenwart auseinanderzusetzen. Über einzelne Projekte hinaus schafft die Siemens Stiftung mit internationalen Kulturplattformen wie dem Online-Portal Music In Africa Strukturen für den Dialog zwischen Künstlern und Gesellschaft.
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Projekte und Initiativen 2015/2016
Filter
Arbeitsgebiet
Region
Projekt Kurzbeschreibung Region / Land Arbeitsgebiet
Keine Ergebnisse
»Der brodelnde Geist« – 200 Jahre Werner von Siemens
Inspiration für alle, die mit kreativen Ideen und Tatkraft die Veränderungen unserer Zeit positiv mitgestalten: Anlässlich des 200. Geburtstags von Werner von Siemens am 13. Dezember 2016 hat die Siemens Stiftung eine Collage aus seinen Briefen zusammengestellt. »Der brodelnde Geist.
Werner von Siemens in Briefen« lädt den Leser ein, den genialen Erfinder auf seiner unternehmerischen, aber auch persönlichen Reise durch das 19. Jahrhundert zu begleiten.

Das Buch (200 Seiten, ca. 50 Abbildungen, erschienen im Murmann Verlag) steht zum kostenlosen Download auf unserer Seite:
Das Team der Siemens Stiftung
Erste Reihe (v. l. n. r.): Christa Mühlbauer, Carola Schwank, Dr. Barbara Filtzinger, Dr. Nathalie von Siemens (Geschäftsführender Vorstand/Sprecherin), Rolf Huber (Geschäftsführender Vorstand), Eva-Katharina Lang, Kerstin Marchetti, Dr. Ute Hebestreit-Böhme, Sabine Sailer

Zweite Reihe: Franziska von Einem, Daniela Hopf, Angela Clerc, Sabine Baumeister, Georg Bernwieser (Finanzvorstand), Anja Funke, Margit Wiest, Dr. Beate Grotehans

Dritte Reihe: Christine Janezic, Julia Rüter, Rebecca Ottmann, Werner Busch, Maria Schumm-Tschauder, Jens Cording, Christine Niewöhner, Robert Balthasar

Vierte Reihe: David Hoffmann, Joachim Gerstmeier, Karolin Timm-Wachter, Julia Wachsmann

Beim Shooting nicht anwesend waren: Dr. Franziska Frost, Karin Hagen, Christine Koptisch, Tilmann Straub, Caroline Weimann
Stiftungsrat
Berthold
Huber
Präsident des Stiftungsrats
Gerd
von Brandenstein
Stellvertretender Präsident des Stiftungsrats
Michael
Diekmann
Ehemaliger Vorstandsvorsitzen­der Allianz SE, Mitglied im Aufsichtsrat der Siemens AG
Dr. Andreas C.
Hoffmann
General Counsel, Head of Legal and Compliance der Siemens AG
Janina
Kugel
Mitglied des Vorstands der Siemens AG und Arbeitsdirektorin
Mariel
von Schumann
Corporate Vice President, Head of Governance & Markets Siemens AG
Für die Tätigkeit im Stiftungsrat erhalten die Mitglieder keine Bezüge.
Finanzbericht 2015/2016
Aufwendungen / Ausgaben

Aufwendungen für den Stiftungszweck

Im Arbeitsgebiet Entwicklungskooperation* werden insgesamt Projektaufwendungen in Höhe von TEUR 3.622 (Vj. TEUR 3.252) ausgewiesen. Ziel ist es, exis­tenzielle Versorgungsdefizite in Entwicklungs- und Schwellenländern abzubauen und gesellschaft­liche Strukturen zu stärken.
Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von lokalen und finanziell selbständigen Initiativen mithilfe einfacher technischer Lösungen, Trainings und Netzwerken.

Für Projekte aus dem Arbeitsgebiet Bildung werden insgesamt Aufwendungen in Höhe von TEUR 6.825 (Vj. TEUR 4.927) ausgewiesen. Die Siemens Stiftung gibt mit ihrem internationalen Bildungsprogramm Impulse für eine inhaltliche und methodische Modernisierung des Unterrichts, um Kindern, vor allem in benachteiligten Regionen, eine gute MINT-Bildung zu ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Aus- und Weiterbildung von Erziehern und Lehrkräften.

Für das Arbeitsgebiet Kultur werden insgesamt Projektaufwen­dungen in Höhe von TEUR 1.347 (Vj. TEUR 1.388) ausgewiesen. Mit Projekten in diesem Bereich möchte die Siemens Stiftung den Sichtweisen kultureller Akteure Raum geben und Experimentierfelder für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart eröffnen. Die Bedeutung von Kultur für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, die Reflexion über das Selbstverständnis des Einzelnen und die Wirksamkeit der Kultur­arbeit in der Gesellschaft stehen dabei im Zentrum.

Darüber hinaus wurden TEUR 1.095 (Vj. TEUR 1.021) für Kommunikationsaktivitäten aufgewendet.


Sonstige betriebliche Aufwendungen

Verwaltungskosten
Die Position beinhaltet Aufwendungen, welche ausschließlich der Administration der Stiftung dienen und den einzelnen Stiftungszwecken nicht unmittelbar zuzuordnen sind.

Personalaufwendungen
In den gesamten Aufwendungen sind Personalkosten in Höhe von TEUR 3.563 (Vj. TEUR 3.410) enthalten. Davon entfallen TEUR 3.068 auf Löhne und Gehälter sowie TEUR 495 auf soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung. Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 32 (Vj. 32) Mitarbeiter beschäftigt.

* Das Arbeitsgebiet »Grundversorgung & Social Entrepreneurship« wurde zum 1. Oktober 2016 umbenannt in »Entwicklungskooperation«.
AKTIVA zum 30. September 2016
in €
30.09.2016 30.09.2015
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 56,00 86.149,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 259.623,00 344.976,00
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 12.500,00 12.500,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 389.999.930,90 389.999.930,90
390.272.109,90 390.443.555,90
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Sonstige Vermögensgegenstände (davon TEUR 0 > 1 Jahr) 12.510.502,30 15.429.421,77
II. Guthaben bei Kreditinstituten 28.867.852,40 24.789.740,06
41.378.354,70 40.219.161,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 54.473,73 9.920,03
431.704.938,33 430.672.637,76
PASSIVA zum 30. September 2016
in €
30.09.2016 30.09.2015
A. Eigenkapital
I. Grundstockvermögen 300.000.000,00 300.000.000,00
II. Anderes Vermögen 90.000.000,00 90.000.000,00
III. Freie Rücklage gem. § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO 24.990.000,00 20.850.000,00
IV. Mittelvortrag 12.538.050,34 17.520.006,14
427.528.050,34 428.370.006,14
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 288.073,03 324.758,34
2. Sonstige Rückstellungen 998.119,00 809.227,00
1.286.192,03 1.133.985,34
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr TEUR 2.233) 2.790.133,97 1.052.134,19
2. Sonstige Verbindlichkeiten (davon aus Steuern TEUR 62) 100.561,99 116.512,09
2.890.695,96 1.168.646,28
431.704.938,33 430.672.637,76
BILANZ
Die Siemens Stiftung wurde mit Stiftungsgeschäft vom 22. September 2008 von der Siemens AG errichtet und als rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt. Die Stiftung ist gemeinnützig tätig und arbeitet operativ, das heißt, sie fördert in erster Linie eigene Projekte und Initiativen. Der Stiftungszweck ist in der aktuellen Fassung der Satzung vom 12. Dezember 2012 festgelegt. Im Jahr 2008 wurde das Grundstockvermögen (TEUR 300.000) und das andere Vermögen (TEUR 90.000) durch die Siemens AG zugewendet. Damit gehört die Siemens Stiftung zu den größten Unternehmensstiftungen Deutschlands.
AUFWANDS- UND ERTRAGSRECHNUNG für 2015/2016
in €
30.09.2016 30.09.2015
Erträge
1. Erträge aus der Vermögensverwaltung 12.462.704,13 15.502.026,61
2. Einnahmen aus Spenden 557.000,00 1.132.770,00
3. Sonstige betriebliche Erträge 55.370,36 83.514,31
13.075.074,49 16.718.310,92
Aufwendungen
4. Aufwendungen aus der Vermögensverwaltung 1.128,43 1.322,29
5. Aufwendungen für den Stiftungszweck
Entwicklungskooperation 3.621.522,60 3.251.677,61
Bildung 6.824.892,87 4.926.648,79
Kultur 1.346.528,75 1.388.158,75
Kommunikation 1.094.581,27 1.020.502,66
12.887.525,49 10.586.987,81
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Verwaltungskosten 1.028.376,37 949.287,44
Pensionsaufwendungen 380.910,94
1.028.376,37 1.330.198,38
13.917.030,29 11.918.508,48
7. Jahresüberschuss -851.955,80 4.799.802,44
8. Mittelvortrag aus dem Vorjahr 17.520.006,14 16.020.203,70
9. Einstellung in die Freie Rücklage gem. § 62 Abs. 1 Nr. 3 AO 4.140.000,00 3.300.000,00
10. Mittelvortrag 12.538.050,34 17.520.006,14
AUFWANDS- UND ERTRAGSRECHNUNG
Die Aufwands- und Ertragsrechnung für das Geschäftsjahr 2015/2016 zeigt Erträge aus der Vermögensverwaltung in Höhe von TEUR 12.463 (Vj. TEUR 15.502), Einnahmen aus Spenden in Höhe von TEUR 557 (Vj. TEUR 1.133). Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 55 (Vj. TEUR 84) bestehen im Wesentlichen, neben Mittelrückgaben in Höhe von TEUR 12, aus dem Saldo (TEUR 40) aus den Aufwendungen aus der Abzinsung von Pensions-/Jubiläums- und Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von TEUR 136 und dem Ertrag aus dem Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 176. Im Vorjahr wurde der Saldo unter den Pensionsaufwendungen ausgewiesen.

Darüber hinaus sind operative Aufwendungen für den Stiftungszweck in Höhe von TEUR 3.622 (Vj. TEUR 3.252) für das Arbeitsgebiet Entwicklungskooperation, TEUR 6.825 (Vj. TEUR 4.927) für das Arbeitsgebiet Bildung und TEUR 1.347 (Vj. TEUR 1.388) für das Arbeitsgebiet Kultur angefallen. Für die Kommunikation wurden TEUR 1.095 (Vj. TEUR 1.021) aufgewendet. Für die Verwaltung sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.028 (Vj. TEUR 949) angefallen.

Die Siemens Stiftung soll gem. § 5 Abs. 4 der Satzung eine inflationsausgleichsbedingte Rücklage bilden. Die Stiftung legt der Berechnung dieser Rücklage im Rahmen ihrer Kapitalerhaltungsstrategie die Entwicklung einer mittelfristigen Inflationsrate zugrunde. Im Berichtsjahr wurden TEUR 4.140 (Vj. TEUR 3.300) in die Freie Rücklage gem. § 62 Abs. 1 Nr. 3a AO eingestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK
Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Siemens Stiftung zum 30. September 2016 nach den Grundsätzen des HGB und Artikel 16 BayStG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Im Rahmen der Prüfung wurde auch die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems beurteilt. Die Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Die Prüfung der Erhaltung des Stiftungsvermögens und der satzungsgemäßen Verwendung seiner Erträge und zum Verbrauch bestimmter Zuwendungen nach Art. 16 Absatz 3 BayStG hat ebenso keine Einwendungen ergeben.
Dank an unsere Partner
Niemand schafft es allein. Es sind die Beziehungen zu Menschen, die uns in die Lage versetzen, nachhaltig und wirkungsvoll Ideen in die Praxis umzusetzen.

Wir sind stolz darauf, weltweit mit 140 anerkannten Kompetenz­trägern für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung arbeiten zu können. Zu ihnen gehören Akteure der Zivilgesellschaft und Philanthropie, staatliche Einrichtungen, Forschungs-, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

Gemeinsam mit uns verfolgen sie mit Leidenschaft und Mut das Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, bestehende Chancen für sich und ihre Gesellschaften zu ergreifen – auch über Landesgrenzen hinweg. Sie sind verlässliche Wissens­träger, Innovatoren, Ansprechpartner vor Ort und oftmals auch Problemlöser und Mutmacher, damit die Wirkung, die wir mit unseren Lösungsansätzen und Programmen verfolgen, überhaupt entstehen kann.

In der häufig bereits mehrjährigen Zusammenarbeit dürfen wir jeden Tag Neues lernen. Für das Vertrauen, das uns entgegen­gebracht wird, und die Freude, die wir gemeinsam bei der Umsetzung der Projekte haben, möchten wir uns sehr herzlich bedanken!

Rolf Huber, Dr. Nathalie von Siemens und Georg Bernwieser
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Verschmutztes Wasser? Ein Problem, das sich lösen lässt. Dank der einfachen Technologie der Safe Water Enterprises entsteht innerhalb weniger Minuten „Maji Safi“, sauberes Trinkwasser. Ein Kiosk kann ein ganzes Dorf versorgen.
In den kenianischen Gemeinden Korumba und Soko Kogweno gab es im Oktober Grund zu feiern. Seit zwei Jahren versorgen dort zwei Safe Water Enterprises der Siemens Stiftung die Menschen mit sauberem Trinkwasser. Von Anfang an haben die örtlichen Betreiber-Teams viel gearbeitet, Trai­nings und Schulungen absolviert, um ihre Wasserkioske als Sozialunterneh­men nachhaltig zum Erfolg zu führen. Jetzt übergab die Siemens Stiftung die Verantwortung für die Versorgungs­stationen an die Gemeinden.

»Die Betreiber der Kioske filtern verschmutztes Wasser mit der SkyHydrant-Membrantechnologie und verkaufen das saubere Wasser zu geringen Preisen an die Gemeinde. Inzwischen laufen die Kioske profitabel und werfen sogar kleine Gewinne ab«, erklärt Caroline Weimann, Projektleiterin bei der Siemens Stiftung. »Diese fließen in den Ausbau des Projekts und andere soziale Aktivitäten vor Ort. Den Betreibern sichern die Kioske zudem ein nachhaltiges Einkommen.« Obendrein leisten die Kleinunterneh­mer mit dem sauberen Trinkwasser einen wichtigen Beitrag für die Gesund­heit der Gemeinde und schaffen neue Perspektiven. Denn um die Kioske herum entstehen weitere Jobs und Gestaltungs­möglichkeiten für junge Menschen – gute Gründe gegen die Landflucht.
»Als Stiftung eines Technologiekonzerns sind wir überzeugt, dass technische Lösungen Versorgungsdefizite beseitigen können und gleichzeitig für Entwicklung sorgen«, erklärt Rolf Huber, Geschäftsführender Vorstand der Siemens Stiftung, den strategischen Ansatz hinter den Kiosken.

Damit diese »Hilfe als Geschäftsmodell« nachhaltig wirkt, ist viel Aufklärung gefragt. So erklären freiwillige Gesund­heitshelfer vor Ort bei Hausbesuchen, warum es sich lohnt, für sauberes Wasser zu bezahlen. An den lokalen Schulen werden Trainings zu Gesundheit und Hygiene durchgeführt. Die Aufklärungskampagnen und Trainings kosten insgesamt zwar mehr als die Anlage selbst, doch diese Grundlagen­arbeit ist erfolgsentscheidend. Denn nur wenn die Wasserkioske Gewinne abwerfen, werden sie auf Dauer finanziell unabhängig.
Verantwortlich für den Erfolg der Wasserkioske sind die örtlichen Betreiber-Teams. Als eigenständige Sozialunternehmer kümmern sie sich um die Wartung und den Verkauf des Trinkwassers. Aus den Erlösen sichern sie ihr Gehalt und den langfristigen Betrieb.
Um den gesundheitlichen und finanziellen Nutzen von sauberem Trinkwasser aufzuzeigen, setzt die Siemens Stiftung gezielt auf Social-Marketing-Aktivitäten: Klassische Marketinginstrumente werden in Kombination mit Rollenspielen und Diskussionen auf Gemeindeversammlungen eingesetzt.
Die langjährigen Erfahrungen mit den Safe Water Enterprises fließen auch in die »Community Hubs« der SolarFountain gGmbH ein, die die Siemens Stiftung 2015 gemeinsam mit der Solarkiosk AG in Berlin gegründet hat. Diese Kioske sollen neben sauberem Wasser auch Solarstrom liefern. So kann man hier ebenfalls Handys aufladen oder Medikamente kühlen.

Mit der Gründung einer eigenen Gesellschaft geht die Siemens Stiftung neue Wege. Zum ersten Mal investiert sie ihr Stiftungskapital direkt in den Aufbau eines neuen Geschäftsmodells: SolarFountain steuert die Geschäftsentwicklung in Afrika und kümmert sich um das Partnermanagement sowie die Finanzierung. Die Kioske selbst werden anfangs durch Spenden finanziert. Nach einer Anlaufzeit sollen sie sich durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen selbst tragen.

»Um die Wirkung dieses Modells zu maximieren, sind wir derzeit in intensiven Gesprächen mit anderen Stiftungen, Unternehmen und deutschen Entwicklungsorganisationen. In diesem Zusammenhang prüfen wir auch, welche Technologien in Flüchtlings­lagern und deren Umfeld zum Einsatz kommen können«, so Rolf Huber.
Projekte zum Thema Nachhaltige Wasserversorgung:
Ergebnisse 2015/2016
Safe Water Enterprises
Gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern hat die Siemens Stiftung im Jahr 2016 in Ostafrika sechs Safe Water Enterprises eröffnet. Insgesamt versorgen derzeit 19 dieser Wasserkioske mehr als 45.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser. Rund 30 Kenianer, Ugander und Tansanier arbeiten fest als Kiosk-Betreiber. Sie wurden von der Siemens Stiftung in allen relevanten technischen und sozialunternehmerischen Fähigkeiten geschult. Zwei Kioske werden bereits eigenständig von den Gemeinden geführt.
SolarFountain
Ende 2015 gründeten Siemens Stiftung und Solarkiosk AG, Gewinner des empowering people. Award 2013, gemeinsam die SolarFountain gGmbH in Deutschland. Mit einem solarbetriebenen Kiosk, der umweltschonend Strom produziert, verschmutztes Wasser filtriert und Produkte des täglichen Bedarfs anbietet, soll die Grundversorgung von Familien in strukturschwachen Regionen Ostafrikas verbessert werden. Inzwischen wurde ein Regionalmanager für Ostafrika eingestellt und das Fundraising gestartet.
Hygiene-Training
Hygiene-Trainings vermitteln der Bevölkerung die Bedeutung von sauberem Wasser für die Gesundheit. 2015/16 haben in Kenia rund 150 Lehrer aus 50 teilnehmenden Schulen an den Trainings teilgenommen. Neben 20 lokalen Behördenvertretern und 25 Kioskbetreibern konnten 150 Gemeindearbeiter weitergebildet werden, die nun in ihren Gemeinden als Botschafter für sauberes Trinkwasser fungieren. An drei Standorten wurden so rund 3.000 Haushalte erreicht. 2 neue Handwaschstationen wurden in Betrieb genommen.
Community Economic Elevator Program
Damit künftig noch mehr Kleinunternehmer erfolgreich sein können, nehmen derzeit an 14 Standorten in Kenia rund 750 Trainees im Rahmen des Community Economic Elevator Program an einem Entrepreneurship-Training und -Mentoring teil. Seit 2011 haben rund 2.500 Mikro-Entrepreneure und Jugendliche das Trainingsprogramm erfolgreich absolviert und sich auf Basis eines Businessplans selbstständig gemacht.
Impulse für einen zeitgemäßen und attraktiven naturwissenschaftlich-technischen Unterricht: Im Medienportal der Siemens Stiftung finden Lehrer und Schüler 5.500 Lehr- und Lernmaterialien, darunter 2.000 »Open Educational Resources«.
Der Klimawandel passt in ein Wasserglas. »Treibhauseffekt im Trinkbecher« heißt das naturwissenschaftliche Expe­riment, bei dem Schüler die von Menschen verursachte Erderwärmung im Kleinen simulieren können. Sie bestrah­len offene und geschlossene Becher mit einer Lichtquelle und testen unter­schiedliche Absorber wie Alufolie oder schwarzes Papier. Interaktive Grafiken vermitteln das nötige Fachwissen. Gemeinsam mit dem Lehrer überlegen die Schüler anschließend, wie sich der Treibhauseffekt eindämmen lässt.

Das spannende Medienpaket zum Klimawandel steht im Medienportal der Siemens Stiftung zum Herunterladen bereit – und zwar als sogenannte OER. Die Abkürzung steht für »Open Educational Resources«: Lehr- und Lernmaterialien, die von jedem heruntergeladen, verändert, weitergegeben und wieder veröffentlicht werden dürfen. Das Interesse an OER wächst weltweit, denn sie bieten innovative Möglichkeiten, Schüler für den naturwissenschaftlich-technischen Unterricht zu begeistern.
Kreativität ist hier dringend gefragt. Denn die Welt verändert sich rasant, und der Wandel macht auch vor den Schulen nicht halt. Die zunehmende Heterogenität in den Klassen durch verschiedene Sprachen, Leistungs­niveaus und kulturelle Hintergründe stellt die Lehrer vor Herausforderungen. Gleichzeitig hält die Digitalisie­rung Einzug in die Klassenzimmer. Auf diese Veränderungen müssen Lehrer Antworten finden.

Offene Bildungsmedien bringen Schwung in den Unterricht. Mit Experimentieranleitungen, Videos oder interaktiven Grafiken können Lehrer selbst vermeintlich trockenen Stoff lebensnah vermitteln. Und die Schüler lernen, ganz nebenbei, den Umgang mit verschiedenen Medien und dem Internet. »Lehrer können OER individuell an ihren schulischen Bedarf anpassen und Inhalte im Team bearbeiten, verändern und wieder veröffentlichen«, betont Maria Schumm-Tschauder, Projektleiterin bei der Siemens Stiftung, die Vorteile von OER. Diese kommen besonders in heterogenen Klassen zum Tragen, in denen Schüler unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen.
»Welche Aufgabe hat das Herz?«, »Wie reinige ich verschmutztes Wasser?«, »Was sind Anzeichen für Klimawandel?« Der Wissendurst der Kinder ist unerschöpflich, ihre Neugierde grenzenlos. Indem sie selbst ausprobieren, entwickeln sie Ideen und erlangen Erkenntnisse.
Offene Bildungsmedien (»Open Educational Resources«) bringen Schwung in den Unterricht. Sie sind frei zugänglich und dürfen dank einer offenen Lizenz verändert und weiterverbreitet werden. So haben immer mehr Menschen überall auf der Welt Zugang zu hochwertigem digitalen Lernmaterial.
Trotz aller Pluspunkte sind OER noch nicht überall populär. Unsicherheiten bei Fragen des Urheberrechts, der Qualität und der praktischen Handhabung lassen manchen Lehrer noch vor der Nutzung zurückschrecken. Diese Bedenken möchte die Siemens Stiftung zerstreuen, indem sie OER gezielt fördert.

»Wir wollen Impulse für einen zeitgemäßen und attraktiven naturwissenschaftlichen Unterricht geben, der das Potenzial des digitalen Lernens und Lehrens nutzt«, begründet Nathalie von Siemens, Vorstand der Siemens Stiftung, das Engagement für die Verbreitung von OER. Denn die Zukunft moderner Wissensvermittlung sieht die Siemens Stiftung in einer für alle zugänglichen Bildung, die in Gemeinschaftsarbeit entsteht und an individuelle Lernbedürfnisse angepasst werden kann.

Für diese Überzeugung betreibt die Siemens Stiftung viel Aufklärungsarbeit, informiert über rechtliche und praktische Fragen und stellt in ihrem Medienportal selbst rund 2.000 offene Bildungsmedien (OER) in deutscher, englischer und spanischer Sprache zur Verfügung.
Projekte und Initiativen zum Thema OER / digitale Bildung:
Ergebnisse 2015/2016
Medienportal
Unter den 5.500 Lernmaterialien im Medienportal der Siemens Stiftung finden sich derzeit bereits rund 2.000 »Open Educational Resources« (OER) – vom Tafelbild über Arbeitsblätter, Experimentieranleitungen und Videos bis hin zu kompletten Themenpaketen. Im Laufe des Jahres 2017 wird das Medienportal zur innovativen OER-Plattform mit interaktiven Anwendungen für Schüler und Lehrer erweitert. Das Besondere: OER sind frei zugänglich und dürfen dank einer offenen Lizenz verändert und weiterverbreitet werden. Sie ermöglichen mehr Menschen den Zugang zu hochwertiger Bildung und fördern neue Lehr- und Lernformen.
Forum Bildung Digitalisierung
Wie lassen sich digitale Medien pädagogisch sinnvoll nutzen, um die Bildung in Deutschland zu verbessern? Eine gemeinsame Antwort darauf will das Forum Bildung Digitalisierung geben, das die Deutsche Telekom Stiftung gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Siemens Stiftung im Frühjahr 2016 gegründet hat. Akteure aus Bildungspraxis, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln im Forum gemeinsam Strategien für den Erfolg digitaler Bildung in Deutschland.
Nationales MINT Forum Deutschland
Das Nationale MINT Forum ist ein Zusammenschluss von überregional tätigen Organisationen, die sich für die Förderung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Bildung) in Deutschland einsetzen. Auf dem jährlich stattfindenden MINT Gipfel stand 2016 das Thema »Bildung und Digitalisierung« im Mittelpunkt. Die Mitglieder des Forums präsentierten auf der Veranstaltung, auf der auch Kanzlerin Merkel anwesend war, sechs Kernforderungen für bessere digitale Bildung.
Music In Africa verbindet: Online und offline bringt das Projekt Musiker verschiedener Länder zusammen. So entsteht ein Austausch über Kulturgrenzen hinweg, der lokale Identitäten stärkt und Verständnis ermöglicht. Hier: Kooperation der Kameruner Band Macase mit der Popakademie Baden-Württemberg.
Der deutsch-nigerianische Musiker Adé Bantu nimmt in seinen Texten kein Blatt vor den Mund. »Wie viele müssen noch sterben, wie viele noch verschleppt werden?«, klagt er im Song »Droit de vivre« an. Zusammen mit Musikern aus zwölf westafrika­nischen Ländern hat Bantu den Kampf gegen Extremismus und für den Frieden aufgenommen. Ihre Waffe ist die Musik. »Sie verschafft oftmals mehr Gehör als politische Aktionen«, sagt der Sänger.

Was Bantu auf die Beine gestellt hat, gelingt nur wenigen afrikanischen Musikern: eine Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Zwar beschäftigen sich Künstler in vielen afrikanischen Ländern mit ähnlichen gesellschaftlichen Problemen, jedoch stoßen diejenigen, die professionell arbeiten und Verantwortung übernehmen wollen, immer wieder an Grenzen. Ihnen fehlen Möglichkeiten für Erfahrungsaus­tausch und Zusammenarbeit, aber auch Orte für die eigene Werbung und eine kritische Berichterstattung.
Mit der Online-Plattform Music In Africa greift die Siemens Stiftung die Herausforderungen afrikanischer Musiker auf. Das Portal bietet Künst­lern die Möglichkeit, sich zu vernetzen und mit anderen Musikern auf dem Kontinent auszutau­schen, sich über relevante Themen zu infor­mieren und weiterzubilden. Dazu nutzt die Website musicinafrica.net die Chancen der Digitalisierung. So kann jeder Musiker auf der Plattform sein eigenes Profil erstellen und in Kontakt mit Fans, Konzertveranstaltern sowie ande­ren Akteuren der Musikszene treten.

Music In Africa ist eine von mehreren Kulturplattformen, die die Siemens Stiftung in Afrika und Lateinamerika initiiert hat – weil Innovation und Kreativität Raum für Dialog brauchen. »Die Reflexion kultureller Identitäten sowie der Austausch über Grenzen hinweg sind maßgeblich wichtig für die Zukunftsgestaltung«, erklärt Vorstand Nathalie von Siemens die Motivation der Siemens Stiftung. Dabei gelte es, die regionalen Besonderheiten zu beachten, Akteure zusammenzubringen und langfristige Strukturen entstehen zu lassen.
»Wo lerne ich neue Gitarrengriffe?«, »Wie baue und repariere ich traditionelle Instrumente?«, »Was muss ich beim Anmelden von Urheberrechten beachten?« Music In Africa bietet Musikschaffenden zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzubilden.
Kreativität braucht Raum für Dialog: Auch in Lateinamerika initiiert die Siemens Stiftung Kulturplattformen. Drei Akademien für darstellende Kunst sind inzwischen zu festen Größen für Austausch und Zusammenarbeit auf dem Kontinent geworden.
»Das Projekt Music In Africa reagiert auf den Bedarf nach zuverlässigen Informationen sowie nach Interaktion und Vernetzung in einer Region mit sehr unterschiedlichen kulturellen Infrastrukturen«, sagt Projektleiter Jens Cording. Zudem trage es zur Weiter­bildung von Künstlern bei und mache Musik aus Afrika in der Welt bekannt.

Den Anstoß für das Musiknetzwerk gaben afrikanische Musiker bei der Gründungskonferenz in Johannesburg selbst. Seit 2013 pflegt die panafrika­nische Music In Africa Foundation die Website als starker Partner vor Ort und entwickelt sie gemeinsam mit der Siemens Stiftung und dem Goethe-Institut weiter.

Die Erfolge der Plattform können sich sehen lassen. Mehr als 150.000 Ein­zelnutzer im Monat sowie 13.000 regis­trierte Künstler und Institutionen auf musicinafrica.net (Stand: 11/2016) beweisen, dass das Portal den Nerv der Zielgruppe trifft. Denn es hat einen völlig neuen Austausch zwischen Afri­ka­nern ins Rollen gebracht. So trägt die Musikplattform zur Verständigung auf dem ganzen Kontinent bei. Rapper Ndongo D. aus dem Senegal ist überzeugt: »Music In Africa hilft, Brücken zu bauen und echte Kontakte herzustellen.«
Kulturplattformen:
Ergebnisse 2015/2016
Music In Africa
Alles rund um die Musikwelt Afrikas finden Musiker auf musicinafrica.net. Das Portal vernetzt Künstler und bietet Neuigkeiten aus den nationalen Musikszenen, Unterrichtsmaterialien, Musikkritiken und praktische Tools. Am Ende des Geschäftsjahrs 2015/2016 standen Information zu 26 Ländern online. Mehr als 150.000 User besuchen die Seite monatlich. Auch „offline“ war die Plattform aktiv. So lernten Künstler beispielsweise in Workshops den Bau traditioneller Instrumente oder nahmen an Austauschprogrammen teil. Die Kooperation zwischen der Kameruner Band Macase und der Mannheimer Popakademie Baden-Württemberg im April 2016 etwa lieferte wechselseitig neue Impulse.
Theaterplattformen in Lateinamerika
Auch in Lateinamerika initiiert die Siemens Stiftung interkulturellen Dialog. Im Verbund mit lokalen und internationalen Partnern ist seit 2010 dort ein völlig neues Netzwerk entstanden: In den Akademien für darstellende Kunst PANORAMA SUR (Argentinien), MOVIMIENTO SUR (Chile) und EXPERIMENTA SUR (Kolumbien) arbeiten Künstler aus ganz Lateinamerika gemeinsam an innovativen Kunstformaten. Sie greifen gesellschaftlich relevante Themen auf, die sie anschließend mit neuen Perspektiven in die Gesellschaft zurückspielen. Im Geschäftsjahr 2015/2016 haben 200 Künstler an den Akademien teilgenommen. Über 6.500 Menschen besuchten das öffentliche Programm.